Logistik-Glossar

Die wichtigsten Begriffe aus Straßengüterverkehr, Maut, Dokumenten und Kostenkalkulation – jeweils in wenigen Sätzen erklärt.

Kosten & Preise

  • Beiladung

    Eine Beiladung ist eine zusätzliche Sendung, die zu einer bestehenden Ladung in freien Laderaum zugeladen wird.

  • Dieselfloater

    Ein Dieselfloater ist eine Vertragsklausel, die den Frachtpreis automatisch an die Entwicklung des Dieselpreises anpasst.

  • Frachtbörse

    Eine Frachtbörse ist eine Online-Plattform, auf der Verlader und Speditionen Ladungen anbieten und Frachtführer freien Laderaum.

  • Frachtkosten

    Frachtkosten sind alle Kosten, die für den Transport einer Sendung vom Absender zum Empfänger entstehen.

  • Kosten pro Kilometer

    Die Kosten pro Kilometer sind die Gesamtkosten einer Tour geteilt durch die gefahrenen Kilometer.

  • Leerfahrt / Leerkilometer

    Eine Leerfahrt ist eine Fahrt ohne Ladung, zum Beispiel zur Beladestelle oder zurück nach der Entladung.

  • Rückladung (Backhaul)

    Eine Rückladung ist eine Ladung für die Rückfahrt, die eine sonst leere Fahrt zur Beladestelle oder zum Standort füllt.

  • Standgeld

    Standgeld ist die Vergütung, die ein Frachtführer verlangen kann, wenn er über die vereinbarte Lade- oder Entladezeit hinaus warten muss.

  • Stückkosten

    Stückkosten sind die Kosten pro Leistungseinheit – im Transport meist pro Palette, pro Lademeter, pro Tonne oder pro Kilometer.

Recht & Vorschriften

  • CEMT-Genehmigung

    Die CEMT-Genehmigung (englisch ECMT) ist eine multilaterale Lizenz für den gewerblichen internationalen Straßengüterverkehr zwischen den über 40 Mitgliedstaaten des International Transport Forum (ITF).

  • EU-Gemeinschaftslizenz

    Die Gemeinschaftslizenz ist die EU-weite Erlaubnis für den gewerblichen grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr innerhalb der EU.

  • EU-Mobilitätspaket

    Das Mobilitätspaket I ist ein EU-Gesetzespaket von 2020 für den Straßengüterverkehr.

  • Gefahrgut (ADR)

    Gefahrgut sind Stoffe und Gegenstände, von denen beim Transport Gefahren für Menschen, Umwelt oder Sachen ausgehen können.

  • Kabotage

    Kabotage ist ein Inlandstransport, den ein ausländischer Frachtführer in einem anderen EU-Staat durchführt – zum Beispiel ein polnischer Lkw, der innerhalb Deutschlands lädt und entlädt.

  • Lenk- und Ruhezeiten

    Lenk- und Ruhezeiten sind die EU-weit geltenden Höchstzeiten für das Fahren und Mindestzeiten für Pausen und Ruhe von Berufskraftfahrern nach der Verordnung (EG) Nr. 561/2006.

  • Tachograph (Fahrtenschreiber)

    Der Tachograph ist ein Kontrollgerät im Lkw, das Lenk- und Ruhezeiten, Geschwindigkeit und Strecke aufzeichnet.

Maut & Vignetten

  • EETS / Mautbox

    EETS (European Electronic Toll Service) ist der europäische elektronische Mautdienst: Mit einem Vertrag bei einem EETS-Anbieter und einer einzigen Mautbox (On-Board-Unit) lässt sich die Maut in allen elektronischen Mautsystemen der EU bezahlen.

  • Eurovignette

    Die Eurovignette ist eine zeitabhängige Straßenbenutzungsgebühr für Lkw ab 12 t zulässigem Gesamtgewicht, die für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr gebucht wird.

  • GO-Maut (Österreich)

    Die GO-Maut ist die kilometerabhängige Maut in Österreich für alle Fahrzeuge über 3,5 t höchstzulässigem Gesamtgewicht.

  • HGV Levy (Großbritannien)

    Die HGV Road User Levy ist eine zeitabhängige Straßenbenutzungsgebühr in Großbritannien für Lkw ab 12 t.

  • Lkw-Maut (Deutschland)

    Die Lkw-Maut in Deutschland ist eine streckenabhängige Gebühr in Cent pro Kilometer, die seit dem 1. Juli 2024 für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse gilt.

  • LSVA (Schweiz)

    Die LSVA (leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe) ist die Schweizer Abgabe für Güterfahrzeuge und Anhänger über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht.

  • Vignette

    Eine Vignette ist eine zeitabhängige Straßenbenutzungsgebühr: Man zahlt für einen Zeitraum (Tag, Woche, Monat, Jahr), nicht pro Kilometer.

Beteiligte

  • Absender (Shipper, Consignor)

    Der Absender ist die Partei, die den Frachtvertrag abschließt und die Güter zur Beförderung übergibt.

  • Disposition (Spedition)

    Disposition ist in der Spedition die Planung und Steuerung von Transportaufträgen: Der Disponent ordnet Aufträge Fahrzeugen und Fahrern zu, plant Touren und Termine und kalkuliert, ob sich ein Auftrag zum angebotenen Frachtpreis lohnt.

  • Frachtführer

    Der Frachtführer ist das Unternehmen, das sich durch den Frachtvertrag verpflichtet, Güter zum Bestimmungsort zu befördern und dort abzuliefern.

  • Spediteur / Spedition

    Ein Spediteur organisiert die Beförderung von Gütern für seinen Kunden, ohne sie zwingend selbst zu transportieren.

Ladung & Kapazität

  • Europalette (EPAL)

    Die Europalette (EPAL 1) ist eine genormte Holzpalette mit den Maßen 1.200 × 800 × 144 mm, einem Gewicht von ca. 25 kg und einer Tragfähigkeit von 1.500 kg.

  • Fahrzeugauslastung

    Die Fahrzeugauslastung beschreibt, wie viel der verfügbaren Kapazität eines Fahrzeugs genutzt wird – nach Gewicht, Volumen, Lademetern oder beladenen Kilometern.

  • FTL, LTL und LCL

    FTL (Full Truck Load) ist eine Komplettladung, die ein Fahrzeug allein ausfüllt; LTL (Less Than Truck Load) ist eine Teilladung, die sich den Laderaum mit anderen Sendungen teilt.

  • Lademeter (LDM)

    Ein Lademeter (LDM) ist ein Meter Ladefläche in Fahrzeuglänge über die gesamte Breite des Laderaums – bei einem Sattelauflieger rund 2,40 m.

  • Ladungssicherung

    Ladungssicherung ist das Sichern der Ladung gegen Verrutschen, Kippen und Herabfallen während der Fahrt.

  • Stückgut

    Stückgut sind Güter, die einzeln als Stück gezählt und gehandhabt werden – zum Beispiel Paletten, Kisten, Fässer oder Gitterboxen.

Fahrzeug

  • Euro-Abgasnorm (Euro 5 / Euro 6)

    Die Euro-Abgasnorm legt Grenzwerte für Schadstoffe von Fahrzeugen fest; bei Lkw werden die Stufen mit römischen Ziffern geschrieben (Euro V, Euro VI).

  • Kühltransport (Reefer)

    Ein Kühltransport ist die Beförderung temperaturgeführter Waren in Fahrzeugen mit Kühlaggregat (englisch Reefer).

  • Ladebordwand

    Eine Ladebordwand ist eine hydraulische Hebeplattform am Heck eines Lkw, mit der Paletten ohne Rampe oder Stapler be- und entladen werden können.

  • Nutzlast

    Die Nutzlast ist das Gewicht, das ein Fahrzeug maximal zuladen darf: zulässiges Gesamtgewicht minus Leergewicht (inklusive Fahrer, Kraftstoff und Aufbauten).

  • Sattelzug

    Ein Sattelzug besteht aus einer Sattelzugmaschine und einem Sattelauflieger, der auf der Sattelkupplung aufliegt.

  • Zulässiges Gesamtgewicht

    Das zulässige Gesamtgewicht (zGG) ist das höchste Gewicht, das ein Fahrzeug einschließlich Ladung haben darf.

Dokumente & Zoll

  • Abliefernachweis (POD)

    Der Abliefernachweis (englisch Proof of Delivery, POD) bestätigt, dass die Sendung beim Empfänger angekommen ist – meist durch Unterschrift, Datum und Uhrzeit auf dem Frachtbrief oder digital.

  • CMR-Frachtbrief

    Der CMR-Frachtbrief ist der Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr nach dem CMR-Übereinkommen (Genf, 19. Mai 1956).

  • HS-Code / Warennummer

    Der HS-Code ist eine international einheitliche 6-stellige Warennummer nach dem Harmonisierten System der Weltzollorganisation (WCO).

  • Incoterms® 2020

    Incoterms® 2020 sind 11 Handelsklauseln der Internationalen Handelskammer (ICC), die festlegen, wer im Kaufvertrag Transportkosten, Risiko und Formalitäten trägt.

  • Konnossement (Bill of Lading)

    Das Konnossement (englisch Bill of Lading, B/L) ist das zentrale Dokument im Seetransport: Empfangsbestätigung des Verfrachters, Beweis des Frachtvertrags und Wertpapier, das die Ware verkörpert.

  • SSCC (Nummer der Versandeinheit)

    Der SSCC (Serial Shipping Container Code) ist eine weltweit eindeutige 18-stellige Nummer des GS1-Standards zur Kennzeichnung einer Versandeinheit, z. B. einer Palette.

  • T1-Versandverfahren

    Das T1-Versandverfahren (externes Unionsversandverfahren) erlaubt es, Nicht-Unionswaren unter Zollaufsicht und ohne Zahlung von Einfuhrabgaben durch das Zollgebiet der EU zu befördern.

Logistik-Konzepte

  • Cross-Docking

    Cross-Docking ist ein Umschlagverfahren, bei dem eingehende Ware ohne Einlagerung direkt sortiert und auf ausgehende Fahrzeuge verladen wird – meist innerhalb weniger Stunden.

  • Hub and Spoke

    Hub and Spoke ist ein Netzmodell, bei dem Sendungen aus vielen Regionen zu einem zentralen Umschlagpunkt (Hub) gefahren, dort sortiert und von dort in die Zielregionen (Spokes) verteilt werden.

  • Just-in-Time (JIT)

    Just-in-Time ist ein Belieferungskonzept, bei dem Material genau zum Bedarfszeitpunkt an der Produktion ankommt, um Lagerbestände zu minimieren.

  • Linehaul (Hauptlauf)

    Linehaul ist der Hauptlauf einer Transportkette: die Fernverkehrsstrecke zwischen zwei Umschlagpunkten oder Hubs, meist mit voll ausgelasteten Fahrzeugen im Linienverkehr.