Kurz gesagt: Eine Komplettladung (FTL) belegt den ganzen LKW – bis 13,6 Lademeter, 24.000 kg bzw. 33 Europaletten – und fährt direkt zum Ziel. Eine Teilladung beginnt bei Plattformen wie Cargoboard ab 7 Palettenstellplätzen oder über 3.000 kg und teilt sich das Fahrzeug mit anderen Sendungen. Stückgut sind kleinere Sendungen (bei Cargoboard bis 6 Paletten/3.000 kg, bei DSV-Groupage bis 2.500 kg), die über Umschlagterminals gebündelt werden.
Die drei Versandarten im Überblick
| Stückgut | Teilladung | Komplettladung | |
|---|---|---|---|
| Englisch | Groupage | Part load, oft LTL | Full truck load (FTL) |
| Typische Größe (Cargoboard) | bis 6 Paletten bzw. 2,4 ldm, max. 3.000 kg, max. 1.000 kg je Packstück | mehr als 6 Stellplätze oder über 3.000 kg, bis 30 Europaletten bzw. 12 ldm, max. 20.000 kg | bis 13,6 ldm, 24.000 kg, bis 33 Europaletten |
| Grenze bei DSV | Groupage bis 2.500 kg | „Direct“ ab 2.500 kg | „Direct“ |
| Ablauf | Sammeln, Umschlag im Terminal, Zustellung | Fahrzeug wird mit Sendungen anderer Versender geteilt | ganzes Fahrzeug, ohne Zwischenstopps zum Ziel |
| Fahrzeug | wechselt zwischen Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf | 40-t-Sattelzug (Cargoboard) | 40-t-Sattelzug (13,6 × 2,4 × 2,6 m) |
Die Grenzen sind keine Normen, sondern Produktdefinitionen der Anbieter. Sie unterscheiden sich je nach Spedition – deshalb lohnt beim Angebot immer der Blick auf die konkreten Schwellen.
Begriffe: FTL, LTL und Groupage
FTL (Full Truck Load) ist eindeutig: Der Auftraggeber bucht das ganze Fahrzeug. Bei LTL (Less than Truck Load) ist die Verwendung uneinheitlich. Cargoboard nutzt LTL als Synonym für Teilladung. DSV bezeichnet mit LTL Sendungen über 2.500 kg, die das Fahrzeug nicht füllen, und bietet sie zusammen mit FTL als „Direct“ an. Für Stückgut ist im europäischen Englisch der Begriff Groupage üblich; DSV nutzt ihn für Sendungen bis 2.500 kg über sein Terminalnetz. Wer international ausschreibt, sollte daher Mengen in Paletten, Lademetern und Kilogramm angeben statt nur „LTL“ zu schreiben.
Wie die Preise entstehen
Stückgut: Cargoboard nennt als Preisfaktoren Entfernung, Gewicht und Maße sowie Zuschläge für Diesel, Maut und Sperrgut. Abgerechnet wird meist nach frachtpflichtigem Gewicht. In den Beförderungsbedingungen von DSV Schweden (Version 14.2, Mai 2026) ist das der höhere Wert aus tatsächlichem Gewicht und Sperrgewicht. International rechnet DSV dort mit:
| Umrechnung (DSV, international, außer Nordics/UK/Irland) | Wert |
|---|---|
| Volumen | 333 kg pro m³ |
| Lademeter | 1.850 kg pro ldm |
| Palettenstellplatz (1,2 × 0,8 m bzw. 0,4 ldm) | 740 kg |
Teilladung: Hier zählt vor allem der belegte Platz in Lademetern oder Stellplätzen, dazu Gewicht, Entfernung, Diesel und Maut (Cargoboard). Für LTL und FTL im Inland nennt DSV Schweden 1.950 kg pro Lademeter und 750 kg pro Stellplatz.
Komplettladung: Der Preis gilt für das ganze Fahrzeug. Laut Cargoboard bestimmen ihn vor allem Maut- und Dieselkosten, die Entfernung und Zusatzleistungen. Wie man daraus einen Frachtpreis aufbaut, zeigen Frachtpreis berechnen und LKW-Kosten pro km berechnen; zur Dieselkomponente siehe Dieselfloater.
Rechenbeispiel: 8 Europaletten, 4.800 kg
Eine internationale Sendung mit 8 nicht stapelbaren Europaletten und 4.800 kg Gesamtgewicht:
- Platzbedarf: 8 × 0,4 ldm = 3,2 ldm (siehe Lademeter berechnen)
- Sperrgewicht nach Lademeter: 3,2 × 1.850 kg = 5.920 kg
- Sperrgewicht nach Stellplätzen: 8 × 740 kg = 5.920 kg
- Frachtpflichtiges Gewicht: höherer Wert aus 4.800 kg und 5.920 kg = 5.920 kg
Einordnung: Mit mehr als 6 Stellplätzen und über 3.000 kg ist das bei Cargoboard eine Teilladung, bei DSV fällt sie mit über 2.500 kg in den Direktverkehr. Bei 30 Paletten (12 ldm) wäre das Cargoboard-Maximum für Teilladungen erreicht – darüber ist eine Komplettladung die passende Buchung.
Wann lohnt sich welche Versandart?
- Stückgut für wenige Paletten oder Packstücke, wenn eine Laufzeit von national 1–2 Werktagen (Cargoboard Standard) reicht und der Preis wichtiger ist als Direktfahrt.
- Teilladung für mittlere Mengen, die für das Stückgutnetz zu groß sind, aber keinen ganzen Auflieger füllen.
- Komplettladung bei vollen oder fast vollen Aufliegern, bei sehr schwerer Ware nahe 24 t, oder wenn die Ware ohne Umschlag und Zwischenstopps direkt ankommen soll. Laut Cargoboard ist je nach Entfernung sogar Zustellung am selben Tag möglich.
Ab welcher Menge eine Komplettladung günstiger ist als eine Teilladung, hängt vom konkreten Angebot ab – bei großen Teilladungen lohnt deshalb der direkte Preisvergleich beider Varianten.
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Für Komplettladungen mit eigenem oder gechartertem Fahrzeug berechnet der Logist Calculator die Maut für alle europäischen Länder mit Mautpflicht (HERE-Routing- und Mautdaten) und die Dieselkosten nach EU Weekly Oil Bulletin, wöchentlich donnerstags aktualisiert – für Transporter bis 3,5 t, 7,5-Tonner und 40-Tonner. Route jetzt kalkulieren
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Teilladung und Komplettladung?
Bei der Komplettladung bucht man das ganze Fahrzeug (bis 13,6 ldm, 24 t), das direkt zum Ziel fährt. Bei der Teilladung teilt man den LKW mit anderen Sendungen; der Preis richtet sich nach belegtem Platz, Gewicht und Entfernung.
Was bedeutet FTL und LTL?
FTL steht für Full Truck Load (Komplettladung), LTL für Less than Truck Load. LTL wird je nach Anbieter für Teilladungen oder allgemein für Sendungen unterhalb einer vollen Ladung verwendet.
Ab wie vielen Paletten ist es eine Teilladung?
Bei Cargoboard ab 7 Palettenstellplätzen oder über 3.000 kg, bei DSV beginnt der Direktverkehr ab 2.500 kg. Eine einheitliche Branchengrenze gibt es nicht.
Wie viele Paletten hat eine Komplettladung?
Ein Standard-Sattelauflieger fasst in der Regel 33 Europaletten. Details im Beitrag Wie viele Paletten passen in einen LKW?
Quellen
- Cargoboard – Stückgut versenden
- Cargoboard – Teilladung versenden
- Cargoboard – Komplettladung versenden
- Cargoboard – Lademeter berechnen
- DSV – Straßentransport (italienisch)
- DSV – Groupage (italienisch)
- DSV – Komplett-, Teilladungen und Groupage (italienisch)
- DSV – Terms and Conditions of Transport (Sweden), Version 14.2, Mai 2026 (PDF)
Stand: Oktober 2026. Schwellenwerte und Umrechnungsfaktoren sind anbieterspezifisch und können sich ändern – vor der Kalkulation die aktuellen Bedingungen der jeweiligen Spedition prüfen.